„Mama, darf ich MarioKart spielen?“ „Papa, ich will auch ein Handy. Alle meine Freunde sind schon online.“ „Dreißig Minuten, aber dann ist Schluss.“
Solche oder ähnliche Gespräche führen Eltern mit ihren Kindern, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben. Sobald der Wunsch nach Mediennutzung bei Kindern aufkommt, werden Eltern oft unsicher, was zu tun ist und wie sie sich dazu am besten verhalten sollen. Sie sind zwischen dem Wunsch nach Schutz des Kindes und seinen Bedürfnissen hin- und hergerissen.
Kinder- und Jugendwelten sind heute stark digital geprägt. Und umgekehrt: Digitalisierte Welten sind auch Kinder- und Jugendwelten. Online und offline sind miteinander verwoben und nicht mehr trennbar voneinander. Daher sind Eltern mehr denn je gefordert, sich mit der Mediennutzung der Kinder zu beschäftigen.
Und zwar von Anfang an: Schon im Babyalter erleben Kinder den Umgang mit Medien. Sie beobachten, wie ihre Eltern mit dem Smartphone agieren, wie oft das Tablet oder der Fernseher genutzt werden. In jungen Jahren imitieren die Kinder lediglich das Verhalten in ihrem Umfeld und erleben Medien so, wie ihre Eltern den Zugang und Umgang ermöglichen. So machen sie eigene Medienerfahrungen, konsumieren erste Videos, identifizieren sich mit Medienheld*innen und spielen das Gesehene nach. Insbesondere im jüngeren Kindesalter haben Eltern noch viel Einfluss: Da muss die Medienerziehung bereits beginnen! So wie Kinder eine gesunde Lebensweise und Ernährung erlernen und im Straßenverkehr klarkommen müssen, braucht auch der Umgang mit Medien Übung, Begleitung und manchmal das Eingreifen der Eltern. Das alles ist Teil des kindlichen Aufwachsens und Erkundens ihrer Lebenswelt.
Medienerziehung ist auch Beziehungsarbeit, denn je älter die Kinder werden, desto wichtiger wird es, dass sie die Eltern als Vertrauenspersonen zu Rate ziehen, wenn ihnen im Internet oder auf Social Media Dinge begegnen, die sie überfordern, belasten oder Scham erzeugen.
In etwa ab der Grundschule wird das Thema Smartphone für Familien wichtiger – je nachdem, wie das Umfeld der Kinder damit umgeht. Spätestens dann und besser davor müssen sich Eltern mit dem Thema auseinandersetzen und eine klare Haltung entwickeln. Ab wann wollen sie dem Kind ein Smartphone zur Verfügung stellen? Welche Regeln gehen damit einher? Welche Apps und Funktionen darf das Kind nutzen? Hier gilt es, sich nicht erst auf den letzten Drücker zu informieren und gemeinsam mit den Kindern gute Regeln aufzustellen. (Siehe unsere Artikel: “Das erste Smartphone deines Kindes - Bist du bereit?”)
Der Einfluss der Eltern auf die jugendliche Mediennutzung wird mit zunehmendem Alter der Kinder immer schwieriger und die Erziehung wandelt sich zur Begleitung. Doch Jugendliche sehnen sich nach dem Interesse der Eltern, wenn es z. B. um die eigene Mediennutzung geht, denn sie ist ein wichtiger Teil ihres Lebens.