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Der #DigitalCheckNRW ist ein Herzensprojekt der Landesregierung in NRW. Ziel ist es, digitale Teilhabe für alle Bürger*innen zu ermöglichen.

Über den Check könnt Ihr eure eigene Medienkompetenz prüfen und durch passendes Weiterbildungsangebot noch vorhandene Lücken schließen.

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Das erste Smartphone deines Kindes

Bist du bereit?

Irgendwann kommt in fast jeder Familie der Moment, in dem sich ein Kind ein eigenes Smartphone wünscht oder in dem Eltern sich besser fühlen, wenn das Kind ein Smartphone bei sich trägt. Oft ist dies verbunden mit dem Wechsel an eine neue Schule, oder Freund*innen nutzen bereits ein Smartphone zum Chatten, Spielen, für Foto- oder für Videoaufnahmen. Viele Eltern stellen sich dann die Frage: „Ist mein Kind schon bereit dafür?“ Doch eine mindestens genauso wichtige Frage lautet: „Sind wir als Eltern schon bereit dafür?“ Denn als Eltern ist es unsere Aufgabe, die Kinder im Umgang mit dem Smartphone zu begleiten. Mit dem ersten Smartphone beginnt nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern ein neuer Abschnitt, auf den es sich vorzubereiten gilt – und bitte nicht erst kurz vor knapp und halbherzig, sondern ernsthaft mit den richtigen Informationen. Das Smartphone als Tor zur Welt bringt nicht nur viele Möglichkeiten für die Kinder mit sich, sondern auch Risiken und Herausforderungen, denen es gut gewappnet zu begegnen gilt.

Dieses Bild wurde mit KI erstellt und zeigt keine realen Personen. Quelle: midjourney

Ein Smartphone verändert den Familienalltag

Ein Kind mit eigenem Smartphone macht damit mehr als nur telefonieren (Rang 4 der Tätigkeiten)[1]: Das Gerät bringt Nachrichten, Spiele, Videos, Internet und soziale Kontakte direkt ins Kinderzimmer. Daher solltest du dich als Elternteil mit Apps, Sicherheits-, Datenschutz- und Privatsphäreeinstellungen beschäftigen und einen Raum aufbauen, in dem es Kindern leicht fällt, bei Unsicherheiten zu dir zu kommen. Zudem müssen neue Regeln festgelegt werden, denn…

Regeln geben Sicherheit

Überlege dir im Vorfeld, welche Regeln dir wichtig sind, denn Kinder brauchen klare und verständliche Regeln

  • Wann darf das Smartphone genutzt werden? 
  • Wofür darf und soll es genutzt werden? 
  • Wo liegt es nachts? Welche Apps sind erlaubt? 
  • Wie viel Bildschirmzeit ist in Ordnung? 

Diese Regeln sollten gemeinsam besprochen werden. So fühlen sich Kinder ernst genommen und wissen, woran sie sind. Regeln dürfen sich mit der Zeit an die Lebensrealität und Verantwortlichkeiten der Kinder anpassen. Wichtig ist, dass sie nachvollziehbar sind. Bestrafung durch Medienverbot sollte vermieden werden. Parallel darf nicht vergessen werden: Du als Erwachsene*r bist das größte Vorbild für deine Kinder.

Dieses Bild wurde mit KI erstellt und zeigt keine realen Personen. Quelle: midjourney

Vorbild sein im Umgang mit Medien

Wenn du als Elternteil ständig aufs Handy schaust, fällt es schwer, dem Kind verständlich zu machen, dass es das Smartphone nur sporadisch nutzen soll. Ein bewusster Umgang mit dem eigenen Gerät wirkt oft stärker als viele Worte. Gestalte gemeinsame handyfreie Zeiten, etwa beim Essen oder vor dem Schlafengehen. Dies ist gut für die gesamte Familie. Parallel hilft es zu kommunizieren, warum Mama mit dem Smartphone am Tisch sitzt, z. B. weil sie Zeitung liest.

Vertrauen ist wichtig und Kontrolle kann helfen

Viele Eltern haben Sorge, dass Kinder und Jugendliche mit schwierigen Inhalten in Kontakt kommen. Das ist verständlich! Daher: Mache dich mit den technischen Schutzfunktionen und Kindersicherungen vertraut. Auf vielen aktuellen Internetseiten findest du konkrete Vorgehensweisen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie das Smartphone kindersicher gemacht wird, bevor es in die kindlichen Hände kommt. Sind die passenden Einstellungen und Regeln gefunden, hilft es parallel, wenn Eltern sich von Zeit zu Zeit zeigen lassen, welche Apps auf dem Smartphone installiert sind, oder sich den Chat der Kinder anschauen, um zu sehen, mit wem das Kind in Kontakt ist. Und wenn Kinder so viel Vertrauen zu ihren Eltern haben, dass sie wissen, dass sie jederzeit zu ihren Eltern kommen können, ist das der Jackpot für gelingende Medienerziehung – insbesondere dann, wenn sie etwas gesehen haben, das ihnen Angst macht, Scham auslöst oder sie verunsichert. Schaffe daher einen vertrauensvollen Raum, in dem du deinen Kindern auch Fehler zugestehst, hör zu und bleib im Gespräch mit ihnen.

Ebenso gilt:

Dieses Bild wurde mit KI erstellt und zeigt keine reale Person. Quelle: midjourney

Technische Einstellungen: Schritt für Schritt statt alles auf einmal

Das erste Smartphone muss nicht sofort alles können und sollte möglichst viel technischen Schutz für die Kinder gewährleisten. Am Anfang reicht ein Gerät mit wenigen Apps und eingeschränktem Internetzugang mit den nötigen Kinderschutzfunktionen. Weitere Apps oder Funktionen können dann nach und nach freigeschaltet werden, wenn das Kind mehr Erfahrungen sammelt. So wächst die Verantwortung mit, und das ist oft wichtiger als das Alter des Kindes.

Alter des Kindes

Ein ideales Alter für das erste Smartphone gibt es nach wie vor nicht. Auch den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht, aber es gibt Veränderungen im Leben des Kindes, die ggf. ein Smartphone und die damit einhergehenden Kommunikationsmöglichkeiten erfordern: z. B. ein längerer Weg zur Schule, Termine fürs Hobby, Verabredungen mit Freund*innen oder um Absprachen mit der Schule zu ermöglichen. Wichtiger als das Alter und Zeitpunkt ist zudem die Frage, wie selbstständig und verantwortungsvoll das Kind ist. 

  • Kann es Regeln einhalten? 
  • Kann es das Smartphone auch beiseite legen und sich auf Hausaufgaben konzentrieren? 
  • Kann es offen erzählen, wenn ihm online etwas Unangenehmes begegnet? 
  • Weiß es, dass nicht alles, was im Internet passiert, harmlos ist? 

Generell gibt es auch nicht DAS perfekte Gerät für den Einstieg und auch nicht DIE richtigen Schutzeinstellungen, denn jedes Kind konsumiert anders.

Und zuletzt nicht vergessen:

Auch du darfst als Elternteil unsicher sein

Es ist völlig in Ordnung, nicht alles zu wissen. Die digitale Welt verändert sich so schnell, und niemand hat für alles eine Antwort oder eine Lösung. Wichtig ist, dass du die Bereitschaft hast, dazuzulernen und gemeinsam mit den Kindern zu wachsen. und im Gespräch mit ihnen zu bleiben. Hol dir dabei Unterstützung – durch andere Eltern, durch die Schule, durch Checklisten und Informationen im Internet! Du wirst merken, dass andere die gleichen Unsicherheiten und Fragen haben. Wenn Eltern bereit sind, ihr Kind zu begleiten, Regeln zu besprechen, zuzuhören und selbstbewusst mit Medien umzugehen, ist ein wichtiger Schritt bereits getan. Nicht Perfektion zählt, sondern Aufmerksamkeit, Vertrauen und gemeinsame Entwicklung. Medienkompetenz entsteht nicht über Nacht – sie wächst mit Beziehung und Zeit.

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Dieses Bild wurde mit KI erstellt und zeigt keine reale Person. Quelle: midjourney

Exkurs: Messenger WhatsApp

Das Mindestalter für WhatsApp ist 13 Jahre, dennoch ist WhatsApp der Messenger, der von vielen Kindern als erster Messenger auf dem Smartphone genutzt wird. Besprich mit deinem Kind die einzelnen Funktionen und stellt den Privatsphäreschutz auf die höchstmögliche Stufe ein. Eine besondere Herausforderung sind die Kanäle bei WhatsApp. Da haben Kinder die Möglichkeit sich Inhalte anzuschauen, ohne WhatsApp zu verlassen. Dies können weiterführende Links z. B. zu YouTube sein , die direkt in die Kanäle gepostet werden. Hier greifen keine technischen Jugendschutzeinstellungen. Kinder können eigene Kanäle eröffnen und Follower*innen dort per Einladungslink einladen. Kanäle lassen sich derzeit noch nicht ausstellen. Jugendschutzprogramme auf dem Smartphone können aber den Zugriff von WhatsApp aus auf YouTube beschränken. Schau dir alternative Messenger an, die ggf. eine sicherere Nutzung ermöglichen.

Quelle

1] JIM-Studie 2025, Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest, https://mpfs.de/studie/jim-studie-2025/

Stand: 23.01.2026
Autor*innen: Anja Pielsticker