1. Stromverbrauch
Jede Taste, die du auf der Computer- oder Handytastatur drückst und jedes Wort, das du auf deinem Monitor/Display angezeigt bekommst, löst einen Rechenprozess aus, der Strom verbraucht. Wenn du ein GPT-Modell benutzt, also ein vortrainiertes Modell wie ChatGPT und dort z. B. eine Frage stellst, dann läuft das, was du eingegeben hast und auch das, was die KI als Antwort ausgegeben hat, über Stromsignale des Computers an einen Server. Doch die Anbieter von großen KI-Modellen kommen mit einem einzigen Server nicht aus, um diese riesige „Informationsautobahn“ zu steuern, sondern bauen ganze Rechenzentren, also große Computer- und Serveranlagen. OpenAI, der Betreiber von ChatGPT, plant beispielsweise ein neues Rechenzentrum in den USA, samt eines Gaskraftwerks, das so groß werden soll, dass es bis zu 8 Gigawattstunden (GWh) Rechenleistung für den Betrieb der eigenen KI bewerkstelligen kann. Mit dieser Energiemenge könnten 20 Millionen Haushalte für ein ganzes Jahr mit Strom versorgt werden – das entspricht der Hälfte Deutschlands. [1]
Beim Stromverbrauch von KI lassen sich zwei Phasen unterscheiden: der Trainingsprozess (das Anlernen des KI-Modells mit riesigen Datenmengen) und der laufende Betrieb der KI (die tatsächliche Nutzung).
Phase 1 (Training): Beim Training von Sprachmodellen werden dem KI-System enorm viele Informationen zugeführt, die später die Basis deiner Suchergebnisse bilden. Beispiel: Allein für das Training von GPT-3 (die Version, die 2023 veröffentlicht wurde) wurden schätzungsweise 1,287 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom verbraucht. Von dieser Energiemenge könnten ca. 400 Haushalte in Deutschland ein ganzes Jahr lang mit Strom versorgt werden. Mit neueren Modellen werden die Trainingsmethoden noch viel komplexer und aufwendiger. Allerdings ist das Training ein einmaliger Aufwand: Nach Abschluss kann das fertige Modell vielfach genutzt werden. [2]
Phase 2 (Benutzung): Der laufende Betrieb benötigt weitaus mehr Energie als das einmalige Training. Jedes Mal, wenn Nutzende eine Anfrage stellen und das Modell eine Antwort generiert, arbeiten im Hintergrund Tausende von Recheneinheiten. Zum Vergleich: Eine klassische Suche bei Google (ohne KI-Unterstützung) benötigt nach Angaben des Unternehmens lediglich etwa 0,3 Watt pro Stunde (Wh).Von dieser Menge Strom könnte eine kleine LED-Lampe ca. drei Minuten leuchten. Die gleiche Anfrage (Prompt) bei ChatGPT verbraucht fast zehn Mal so viel (2,9 Wh). [3]