Mit der rasanten Entwicklung der Technologie entstehen auch weitere Herausforderungen. Sogenannte Deepfakes (engl. für „tiefe Fälschung“) entstehen und verbreiten sich online. Dabei handelt es sich um verschiedene Formen der Manipulation von Medieninhalten, die mithilfe von KI, wie Bild-, Video- und Tonaufnahmen erstellt wurden. Inhalte wirken oft realistisch und es wird zunehmend schwieriger zu erkennen, was wirklich echt ist. Das führt dazu, dass die Gefahr von Desinformation steigt und gezielte Propaganda stattfinden kann. Wo es uns als Erwachsene oft schon schwer fällt Inhalte einzuschätzen, stehen Kinder bei der Menge an Inhalten sowie deren Kurzweiligkeit vor einer enormen Herausforderung. Wir verlangen im Grunde von ihnen, dass sie über die gleichen Fähigkeiten wie Journalist*innen verfügen, was eine unrealistische Erwartung darstellt. Kinder und Jugendliche treffen an verschiedenen Stellen im Internet auf Deepfakes. Zwischen unterhaltsamen Kurzclips auf TikTok, die oftmals Promis, Influencer*innen oder Tiere zeigen, tauchen gleichzeitig Clips auf, die Desinformationen verbreiten. Häufig steckt dahinter die Absicht politische Meinungen zu beeinflussen. Daher ist es wichtig Quellen und Inhalte, die einem im Netz begegnen, zu prüfen. Wenn dein Kind zu dir kommt und sich unsicher ist, recherchieren gemeinsam und schaut, ob das Video dem ursprünglichen Kontext entspricht und ob auch seriöse Quellen die Inhalte gepostet haben. Manipulierte Inhalte bringen auch hinsichtlich Cybermobbing neue Gefahren. Gefälschte Bilder und Videos können in WhatsApp-Gruppen, über Snapchat oder anderen Kanälen verbreitet werden. Auch lassen sich mit so einer Technik, sogenannte Deepnudes erstellen. Damit sind Fake-Nacktfotos gemeint, die mithilfe von Programmen leicht erstellt werden können. Daher ist ein sensibler Umgang mit Fotos auf denen dein Kind zu sehen ist wichtig. Egal ob auf sozialen Netzwerken oder in WhatsApp-Gruppen, Bilder sollten mit Bedacht geteilt werden. Personen können ansonsten ohne ihr Wissen Zugriff auf Bilder erhalten und diese mithilfe von Deepfake-Technik manipulieren. Lies hierzu auch unseren Artikel „Kinder haben Rechte! Kinderfotos, Videos und Stimmen im Netz“.