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Der #DigitalCheckNRW ist ein Herzensprojekt der Landesregierung in NRW. Ziel ist es, digitale Teilhabe für alle Bürger*innen zu ermöglichen.

Über den Check könnt Ihr eure eigene Medienkompetenz prüfen und durch passendes Weiterbildungsangebot noch vorhandene Lücken schließen.

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Aufwachsen mit KI: So kannst du deine Kinder begleiten und unterstützen

Was genau ist eigentlich Künstliche Intelligenz (KI)?

KI-Systeme basieren auf mathematischen Modellen und Algorithmen und versuchen menschliche Fähigkeiten, wie Denken, Lernen und Problemlösen nachzuahmen. Dafür verarbeitet KI eine große Menge an Daten und erkennt Muster, um darauf basierend Entscheidungen zu treffen. Stellen wir uns vor, KI ist wie ein Bäcker, der lernt, Brot zu backen. Die Daten sind in diesem Fall die vielen Rezepte, die er sammelt und genau studiert. Der Algorithmus ist seine Methode, mit der er Schritt für Schritt herausfindet, welche Zutaten und Backzeiten am besten zusammenpassen. Nach vielen Versuchen entwickelt er ein gutes Gespür dafür, welche Kombinationen das beste Ergebnis liefern. Das Produkt oder Ergebnis ist schließlich das fertig gebackene Brot. Natürlich sind KI-Systeme viel komplexer und oft auch nicht transparent. Wichtig ist zu wissen, dass eine KI meistens nur für bestimmte Aufgaben trainiert wird, ihre Qualität von den Trainingsdaten abhängt und sie trotzdem Fehler machen kann.

KI steckt überall im Alltag

Künstliche Intelligenz steckt schon in unserem Smartphone, etwa bei der Gesichtserkennung, in Waschmaschinenprogrammen, Sprachassistenten, Übersetzungsprogrammen, beim Online-Shopping sowie auch in Navigationssystemen, die uns die beste Route berechnen. KI kann u. a. bei Problemen mit Apps und Programmen helfen, Anleitungen leicht verständlicher formulieren und für Recherchezwecke eingesetzt werden. Chatbots können beispielsweise beim Erlernen einer neuen Sprache unterstützen. Kindern und Jugendlichen begegnet KI oft unbewusst, z. B. auf TikTok oder YouTube (Kids). Hier werden Videos vorgeschlagen, die auf das bisherigen Sehverhalten abgestimmt sind. Auch Filmempfehlungen auf Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime basieren auf KI-Technologie. Es ist also möglich, dass KI die Wahrnehmung des Kindes beeinflusst. 

Chancen und Risiken von sozialen Beziehungen mit KI

Spätestens seit der Corona-Pandemie zeigt sich deutlich, dass Einsamkeit immer mehr Menschen betrifft. Vielen fällt es im Alltag schwer, Kontakte zu knüpfen oder Beziehungen aufzubauen. Die digitale Welt bietet zunehmend neue Möglichkeiten, um mit anderen in Kontakt zu treten. So ermöglichen Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok nicht nur den Austausch mit Familie und Freund*innen, sondern auch das Knüpfen neuer Kontakte. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz eröffnen sich dabei noch ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation. Chatbots wie ChatGPT oder auch Sprachassistenten wie Alexa integrieren sich immer mehr in den Haushalten und übernehmen dabei zunehmend soziale oder kommunikative Rollen. So wird die KI immer häufiger, gerade von Kindern, als Lernpartner*in oder Freund*in genutzt. In diesem Zusammenhang bietet die KI eine einfache und flexible Möglichkeit, Gespräche zu führen. Sie kann sich sprachlich anpassen, Rückfragen stellen und ist rund um die Uhr verfügbar. Auch auf Snapchat gibt es seit einer Weile einen integrierten Chatbot namens My AI, welcher sich als Freund*in ausgibt. Nutzer*innen können sich hier einen individuellen Avatar gestalten. Die Funktion ermöglicht Kindern, die im echten Leben Schwierigkeiten haben, Freund*innen zu finden oder mit jemanden über ihre Probleme zu sprechen, sich mit dem KI-Bot auszutauschen. Dabei kann eine emotionale Bindung zum Bot entstehen während gleichzeitig die Grenzen zwischen digitaler Welt und Realität verschwimmen. Neben My AI wird auch ChatGPT gerne als Gesprächspartner*in genutzt und auch Tools wie Character AI bieten die Möglichkeit sich eigene Charaktere zu erstellen und Rollenspiele auszuprobieren.

Wichtig:

  • Gespräche können mit Einverständnis gespeichert werden, sodass sich der Bot langfristig an Unterhaltungen erinnern kann.
  • Die ständige Verfügbarkeit, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit können dazu führen das echte Gespräche und Beziehungen vernachlässigt werden.
  • ·Antworten oftmals nicht altersgeprüft, was zu unangemessenen Inhalten führen kann.
  • Trotz Altersfreigabe in der EU, gibt es keine sichere Altersverifikation.
  • Die eingegebenen Informationen sind Daten die dazu beitragen, Anwendungen zu trainieren. Dabei haben wir keine Kontrolle darüber, wie diese Daten weiterverwendet werden. 
  • Besonders bei persönlichen Themen und Problemen kann ein KI-Bot die eigene Meinung oder auch Zweifel bestärken.
  • Zwar verweist ChatGPT bei bestimmten Fragen auf Hilfsangebote, aber das hängt davon ab, wie direkt Gedanken z. B. zur Selbstverletzung formuliert werden. Hier ist es wichtig, dass Eltern beobachten ob und wofür die Chatbots benutzt werden.
  • Stellt dein Kind eher Wissensfragen, kann darüber aufgeklärt werden, dass solche Chatbots fehleranfällig sind. (Schaue dazu auch unseren Erklärfilm „Warum wir ChatGPT und Co. nicht immer alles glauben sollten“.)
  • Wenn dein Kind den Bot als Freund*in nutzt oder um Probleme loszuwerden, kann ein gemeinsames Gespräch hilfreich sein, um zu verstehen, warum es sich an die KI wendet und wie es sich gerade fühlt.

 

 

 

Mache deinem Kind deutlich, dass es sich um eine Technologie handelt, die so etwas wie Empathie nur simulieren kann und uns oftmals das ausgibt, was wir hören möchten. Menschliche Nähe, echtes Verständnis sowie die individuelle Betreuung können nicht durch KI ersetzt werden. Auch wenn die Unterhaltung zwischen einem Chatbot und einer Person privat erscheint, täuscht dieses Gefühl. 

Deepfakes und weitere Herausforderungen

Mit der rasanten Entwicklung der Technologie entstehen auch weitere Herausforderungen. Sogenannte Deepfakes (engl. für „tiefe Fälschung“) entstehen und verbreiten sich online. Dabei handelt es sich um verschiedene Formen der Manipulation von Medieninhalten, die mithilfe von KI, wie Bild-, Video- und Tonaufnahmen erstellt wurden. Inhalte wirken oft realistisch und es wird zunehmend schwieriger zu erkennen, was wirklich echt ist. Das führt dazu, dass die Gefahr von Desinformation steigt und gezielte Propaganda stattfinden kann. Wo es uns als Erwachsene oft schon schwer fällt Inhalte einzuschätzen, stehen Kinder bei der Menge an Inhalten sowie deren Kurzweiligkeit vor einer enormen Herausforderung. Wir verlangen im Grunde von ihnen, dass sie über die gleichen Fähigkeiten wie Journalist*innen verfügen, was eine unrealistische Erwartung darstellt. Kinder und Jugendliche treffen an verschiedenen Stellen im Internet auf Deepfakes. Zwischen unterhaltsamen Kurzclips auf TikTok, die oftmals Promis, Influencer*innen oder Tiere zeigen, tauchen gleichzeitig Clips auf, die Desinformationen verbreiten. Häufig steckt dahinter die Absicht politische Meinungen zu beeinflussen. Daher ist es wichtig Quellen und Inhalte, die einem im Netz begegnen, zu prüfen. Wenn dein Kind zu dir kommt und sich unsicher ist, recherchieren gemeinsam und schaut, ob das Video dem ursprünglichen Kontext entspricht und ob auch seriöse Quellen die Inhalte gepostet haben. Manipulierte Inhalte bringen auch hinsichtlich Cybermobbing neue Gefahren. Gefälschte Bilder und Videos können in WhatsApp-Gruppen, über Snapchat oder anderen Kanälen verbreitet werden. Auch lassen sich mit so einer Technik, sogenannte Deepnudes erstellen. Damit sind Fake-Nacktfotos gemeint, die mithilfe von Programmen leicht erstellt werden können. Daher ist ein sensibler Umgang mit Fotos auf denen dein Kind zu sehen ist wichtig. Egal ob auf sozialen Netzwerken oder in WhatsApp-Gruppen, Bilder sollten mit Bedacht geteilt werden. Personen können ansonsten ohne ihr Wissen Zugriff auf Bilder erhalten und diese mithilfe von Deepfake-Technik manipulieren. Lies hierzu auch unseren Artikel „Kinder haben Rechte! Kinderfotos, Videos und Stimmen im Netz“.

KI bei der Informationsrecherche

Neben Deepfakes birgt auch die Nutzung von ChatGPT und Co. als Informationsquelle Risiken. Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass in der Altersgruppe 12-19 Jahren 70% KI zur Informationssuche einsetzen und diese als überwiegend vertrauenswürdig einschätzen. Chatbots wie ChatGPT geben dabei selten die Rückmeldung, die Antwort nicht zu wissen. Vielmehr wird eine Antwort zusammengebastelt, indem fehlende Informationen dazu gereimt und mit ausgedachten Quellen belegt werden. Somit sind nach aktuellem Stand etwa 40% der Antworten fehlerhaft. Dennoch klingen die Antworten oft logisch und überzeugend, sodass gerade bei Unsicherheiten oder fehlenden Wissen, Antworten für richtig gehalten werden. Vergleiche auch hier gemeinsam mit deinem Kind die Antworten der KI mit anderen Quellen und erkläre, dass KI Fehler machen kann und Inhalte nicht einfach ungeprüft übernommen werden sollten.

Wie kann KI mein Kind unterstützen?

KI bietet die Chance, das Lernen individuell zu gestalten und zu fördern. Inhalte können vereinfacht dargestellt oder übersetzt werden. Auch als Lernpartner*in kann KI, neue Denkansätze, passende Übungsaufgaben oder auch Motivationsanstöße liefern. Ein Chatbot kann als Korrekturhilfe, für Verbesserungsvorschläge oder auch für direktes Feedback eingesetzt werden. Kinder können dadurch in ihrem eigenen Tempo und auf spielerische Art und Weise lernen, was auch die Frustration bei Aufgaben verringern kann. Die Technologie kann zudem dabei helfen, Barrieren abzubauen, etwa durch Vorlesefunktionen oder Spracherkennung. Auch kreatives und experimentelles Ausprobieren bietet die Chance, einen bewussten und reflektieren Umgang mit künstlicher Intelligenz zu erlernen. Eigene Ideen für Geschichten, Musik oder Bilder können mithilfe von Tools auf ganz neue Art gestaltet werden. Wichtig ist es, das Kind beim Einsatz solcher Anwendungen zu begleiten. Gemeinsames Erkunden regt den Dialog über die Inhalte an. 

Wie kann ich mein Kind im Umgang mit KI unterstützen?

Im Vordergrund sollte eine offene Haltung dem Thema gegenüberstehen. Künstliche Intelligenz durchdringt bereits zahlreiche Lebensbereiche und verschwindet nicht mehr.

  • Ein Verbot hilft nicht, es braucht eine gemeinsame Auseinandersetzung um einen reflektieren und kritischen Umgang frühzeitig zu erlernen.
  • Beziehe dein Kind mit ein, stellt gemeinsam als Familie Regeln auf. Dazu kann der Mediennutzungsvertrag hilfreich sein. Hier können allgemeine Regeln zur Mediennutzung für Groß und Klein festgehalten werden. 
  • Schaffe ein sicheres Umfeld, indem sich dein Kind Ausprobieren kann.
  • Recherchiere vorab selbst zum Thema, probiere Tools aus und gehe mit deinem Kind in den Austausch. Checke deine eigene Medienkompetenz mit unserem kostenfreien Test.
  • Du musst kein Technikprofi sein, nur selbst offen und neugierig dem Thema gegenüber.
  • Es ist auch hilfreich, gemeinsam zu schauen, welche Seiten geeignet sind, um Informationen zu suchen und sich zeigen zu lassen, wie das Kind KI-Anwendungen nutzt oder wofür es diese gerne einsetzen möchte. Kinder sind neugierig, versuchen Sie auf Fragen einzugehen.
  • KI ist keine Wundermaschine, die alles ermöglichen kann. Sie hat Grenzen und diese sind wichtig klar aufzuzeigen. Dabei kann es schon helfen, KI bei Nachfragen mit Beispielen aus dem Alltag zu erklären. Wenn dein Kind fragt, wer denn hinter ChatGPT oder Alexa steckt, versuche es mit einfachen Worten zu beschreiben. Erkläre, dass KI die Welt nicht neu erfindet, sondern dass sie kopiert und bereits bestehendes Wissen nutzt.
  • Auch über ethische Fragen kann gesprochen werden: „Sollte eine KI wichtige Entscheidungen übernehmen?“ oder „Meinst du eine KI kann fair sein?“. Hierbei kannst du dein Kind gleichzeitig für das Thema Datenschutz sensibilisieren. Das Internet lebt von unseren Daten, so auch die KI. Diese kann uns nur dann Antworten geben, wenn sie auf unzählige Daten zugreift die im Internet zu finden sind.
  • Leider ist das Internet auch voll mit negativen und falschen Informationen. Auch solche werden bei der Antwort einer KI mitberücksichtigt. Dadurch können Fehler weitergegeben oder diskriminierende Aussagen getätigt werden.

KI gemeinsam ausprobieren

Was kann ich mit meinem Kind gemeinsam ausprobieren?

Es gibt eine Vielzahl von KI-Tools, Quiz und Spielen, die das Verständnis für KI fördern können.

  1. Lasse dir kleine Spiele erstellen, z. B. ein Memory oder eine Schatzsuche, diese eignet sich auch für Geburtstagspartys.
  2. Für die Schule können Spiele zum Vokabeln lernen generiert werden. Auch über KI Bilder kann kreativ und kritisch gesprochen werden.
  3. Lasse dein Kind ein Bild zu einem Thema malen und bitte die KI, ebenfalls ein Bild zu diesem Thema zu erstellen. Frage anschließend, welches der beiden Bilder deinem Kind besser gefällt.
  4. Schreibt gemeinsam eine Geschichte mit einem Tool wie ChatGPT oder malt ein Bild und lasst euch dazu eine passende Geschichte generieren.
  5. Mit Canva oder anderen Bildgeneratoren lassen sich Ausmalbilder, Mandalas oder saisonale Motive erstellen.

Neben dem unterhaltsamen Teil, lernt Ihr dabei gemeinsam wie ein guter Prompt formuliert wird und wie mit einer KI interagiert werden muss.

Eigene Prompts ausprobieren

Wie bekommt man jetzt aber das bestmögliche Ergebnis bei einer KI? Dafür braucht es einen guten Prompt. Ein Prompt, das heißt eine präzise Anweisung, in der man der KI möglichst viele Hintergrundinformationen mitteilt, sich klar ausdrückt und lange Sätze vermeidet. Oft muss ein Prompt nochmal angepasst werden, um das gewünschte Ergebnis zu liefern. Antworten sollten stets hinterfragt und geprüft werden, denn die KI ist nicht unfehlbar und nur so gut wie ihre Trainingsdaten.

Probiert folgenden Prompt gemeinsam aus: „Erstelle ein Ausmalbild von einem magischen Wald mit Tieren, die dort leben. Es sollen Bäume, Blumen, ein kleiner Fluss und Tiere wie Vögel, Eichhörnchen und Hasen zu sehen sein. Gestalte das Bild so, dass es viele verschiedene Teile zum Ausmalen gibt.

Sendung mit der Maus

Auch die Sendung mit der Maus hat sich mit dem Thema künstliche Intelligenz beschäftigt und nimmt die Zuschauer*innen mit vielen Infos, Videos und Spielen in diese Welt mit. Hier können Groß und Klein viel Neues lernen und sich selbst ausprobieren.

www.wdrmaus.de/extras/mausthemen/kuenstliche_intelligenz/index.php5

QuickDraw

QuickDraw von Google funktioniert wie das Spiel „Montagsmaler“. In 19 Sekunden müssen 6 Begriffe gezeichnet werden, während die KI versucht, sie zu erkennen. Das Spiel läuft im Browser und funktioniert am besten mit Microsoft Edge oder Google Chrome.

quickdraw.withgoogle.com

Rhino Palast

Hier kann eine Künstliche Intelligenz selbst programmiert werden. Ziel ist es, einen Kunstcomputer zu entwickeln. Zuvor wird vermittelt, wie KI überhaupt funktioniert und wie diese mit Daten gefüttert wird. Danach schlüpfen die Nutzer*innen selbst in die Rolle der Programmierer*innen.

www.kunstpalast.de/kinder/ki

Kannst du deinen Augen trauen?

Die KI-Akademie OWL hat eine Demo-Anwendung entwickelt bei der zwischen echten und KI-generierten Bildern unterschieden werden muss.

ki-akademieowl.de/fake-image/index.html

Quellen

1. https://hateaid.org/bildbasierte-digitale-gewalt/

2. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest. (2025). JIM-Studie 2025: Jugend, Information, Medien. https://mpfs.de/studie/jim-studie-2025/

3. EBU. (2025). News Integrity in AI Assistants. An international PSM study. https://www.ebu.ch/Report/MIS-BBC/NI_AI_2025.pdf

Stand: 07.08.2026
Autor*innen: Madleine Salmen